Originalität oder Modifikation, Sinn und Unsinn

      Ok Peter, dann kommt das billig nicht von Dir, ist aber letztlich auch egal.

      Gerne können wir diese Ausführung der Scheinwerferbetätigung sogar auch als technische Sackgasse bezeichnen, die ihre Schwachstellen hat. Und in den von Dir angehängten Beitrag ist doch genau die Wartung dieses Systems, inbesondere der Umschaltventils sehr gut und detailliert beschrieben.

      Wir sind doch aber hier um unsere Matra mit ihren Eigenheiten, eben auch dieser, zu erhalten und zu genießen.

      Wollten wir einfach nur bequem, sicher und zuverlässig Auto fahren wollen, könnten wir uns fast jeden Neu-, Jahres- oder Gebrauchtwagen von VW, Opel, Ford ... zur Not auch Mercedes holen und gut wärs. Aber das ist wohl hier nicht unser Anliegen.
      Hallo. Ich habe vor ca. 15 Jahren diesen pneumatischen Mist der Scheinwerferbetätigung mit dem Seitenschneider eliminiert. Der Motor lief nicht richtig ( Falschluft ), dann gingen die Scheinwerfer abends nicht mehr raus, dann mit den Zusatzfernscheinwerfer nach Hause gefahren. Wenn einer entgegen kam, auf Standlicht umgeblendet. Das hat´s mir gereicht. Diesen Mist baue ich im Leben nicht mehr ein. Scheibenwischermotor eingebaut und man kann jetzt die Scheinwerfer 100mal oder auch 200mal auf-und zuklappen ohne das der Motor läuft und das störungsfrei. Das H-Kennzeichen hat er auch damit bekommen, dass hat niemanden interessiert. Gruß

      Peter Georgi schrieb:

      Kein anderes Auto auf der Welt nimmt den Unterdruck für ein ausfahrbares Lampensystem, es sind alles
      elektrische Systeme.

      Hallo Peter, das stimmt so nicht. Bei mehreren Corvette (mir bekannt bei C1,C2,C3) werden die Scheinwerfer auch mit Unterdruck geöffnet. Zusätzlich wird auch eine Klappe, unter der die Scheibenwischer verborgen sind, mit Unterdruck geöffnet, wenn man die Scheibenwischer einschaltet. Allerdings ist das Unterdrucksystem bei der Corvette auch recht anfällig, aber es ist auch etwas komplizierter als beim Murena (s.Bild) X/

      LG Roland


      :thumbsup: Alle sagten: "Das geht nicht!". Dann kam ich, ich wusste das nicht und hab es einfach gemacht... :thumbsup:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „RoPro“ ()

      Hallo Roland,
      da war ich dann wohl zu optimistisch. Danke für die INFO. ( dann muss ich den Eingangstext da wohl etwas abändern)
      Vielleicht ist das System ja von dort gekommen, um die 1970 und man hat einfach nichts besseres gehabt.
      Unterdruck Steuersysteme sind ok und zuverlässig, wenn sie neu sind, aber später in der Wartung + Fehlersuche aufwändig.
      Solange sie eine eigene Pumpe haben macht das nichts, da läuft eben die Pumpe ein wenig mehr.....

      ( das sieht ja wie in einer Schlangengrube aus, bestimmt V8 , Super Motor, danke)
      Als ich in den Staaten war, habe ich mal bei der Werksvertretung eine Renn Corvette besichtigt, geil. 1976.
      Einige Italiener hatten, glaube ich, auch schon versenkbare Scheinwerfer z.B. Ferrari, Lamborghini, gibt es bei mir in der Nähe,
      werde mal dort nachfragen.
      Grüße von der Waterkant
      Peter

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „Peter Georgi“ ()

      Peter Georgi schrieb:

      Einige Italiener hatten, glaube ich, auch schon versenkbare Scheinwerfer z.B. Ferrari, Lamborghini,

      Hallo Peter,
      da gibt es schon noch ein paar mehr... sieh mal auf der Seite nach:

      Klappscheinwerfer

      Bagheera, M530 und Murena sind auch mit dabei :thumbsup:

      LG Roland

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „RoPro“ ()

      Eine doch recht umfangreiche Liste, fehlt nur noch eine Spalte mit der Betätigungsart wie
      • pneumatisch (Unterdruck, Überdruck wäre auch denkbar)
      • elektrisch
      • elektrisch-pneumatisch
      • manuell innen (Seilzug, Kurbel, Hebel ...)
      • manuell aussen :D (bei der Scheinwerferhöhenverstellung (seit langen Pflicht) gab es Vorläufer mit Betätigung aussen)
      • gar keine (stehende, doch nicht versenkbare Scheinwerfer, da haben wir auch einen Kandiaten unter den Matra Modellen)
      Information

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „MM16_Franken“ ()

      Ich fang mal mit der Spalte an :

      Mein und nicht nur mein Opel GT : Reine Muskelkraft !! Hört sich an, wie ein Maschinengewehr, rums RAUS, Rums REIN,
      da muß der Lack schon sehr gut haften, damit er nicht irgendwann abplatzt, was bei vielen
      nachlackierten der Fall ist, wenn auch noch dieses eklige Zeug, wie hieß es noch, ach ja, SPACHTEL, drunter ist,
      um die damals üblichen Unregelmäßigkeiten auszugleichen.

      Aber extrem zuverlässig, kein Strom, keine Luft, nur Hand !!

      Uwe

      Na ja, bei Mechanischer Betätigung liegt ja wohl der 530 nahe.
      Elegant mit Pedal (von pedes, der Fuss) schliessen und noch eleganter mit dem Handhebel auslösen.
      Mit aufwendigem (für Franzmänner) Mechanismus und Federn wird verhindert, dass Lack oder sonstige Teile davonfliegen.
      Ok, die Deckel der Scheinwerfer haben das schon mal getan, aber eher selten. Die Dächer sind da eher gefährdet, aber das ist ein anderes Thema.

      Gruss

      Christoph
      Was ist daran elegant, wenn ich mein linkes Bein anziehen muß, um das Fußpedal zu drücken,
      ich bin 1,87 und nicht 1,65, wie die Franzosen, beim GT ist alles mit Hand und auf der Mittelkonsohle,
      eben robuste Deutsch/Amerikanische Wertarbeit, da geht keine Mechanik kaputt.

      Beim Betätigen des Fußpedals hat mich schon mal jemand gefragt, ob ich pinkeln müsste, weil ich
      das Beinchen so komisch hebe. Der hat nie wieder gefragt :evil:

      Las hören, wieso sind denn die Dächer gefährdet ?

      Gruß Uwe
      Information
      Es ist dann elegant, wenn man's elegant macht. Bin zwar nur 1.83, aber habe das immer hingekriegt.
      Die Dächer sind, wie gesagt, ein anderes Thema und betrifft korrekterweise eher 530 A. Weil die Leute zu faul waren, alle Verschlussmuttern aufzuschrauben, sind einige Dächer kraft Bernoulli von dannen geflogen. Nachweislich eines bis heute nicht mehr gefunden. Beim LX verhaken sich die Bolzen eher und das Schliessen ist ja auch wesentlich einfacher. Aber eben: wir sind bei den Scheinwerfern.

      Gruss

      Christoph
      Man sagt ja, dass man im Alter kleiner wird, deshalb hab ich mir ja jetzt auch erst den 530iger gegönnt !
      In 20 Jahren sieht das dann bei mir auch elegant aus.

      Französische Wertarbeit ? Baguette, Janette, Klo...

      Das Thema ist übrigens "Originalität oder Modifikation, Sinn und Unsinn"
      Also zurück zum Thema :
      Frage, wie seht Ihr das, altbekanntes Thema :
      Chromteil schäbig, Pickel, etc. Nachverchromt, je nach Qualität ist die Folge früher, oder später Chrom wird wieder leicht schäbig.
      Wenn man solch ein Teil aus V2A herstellt und hochglanzpoliert und nicht mehr den Unterschied erkennt, ist das dann "originalgetreu", oder
      modifiziert mit falschem Material ?
      Information

      Kleingeist schrieb:

      ist das dann "originalgetreu", oder
      modifiziert mit falschem Material ?


      Ich würde sagen, dass das "Originalgetreu" wäre, denn die Definition von Originalgetreu lautet:

      Adj. ori·gi·nal·ge·treu "so, dass etwas fast genau wie das Original wirkt"

      :thumbup:

      LG Roland
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      Ähem, da ich den von Peter zitierten Beitrag in die Welt gesetzt habe, dass muß so knapp nach der Jahrtausendwende gewesen sein, möchte ich dann doch mal etwas sagen.
      Die ganze Pneumatikgeschichte war für mich schon zu Bagh.-Zeiten ein Ärgeniss.
      Da könnte ich auch noch einige andere Details nennen.
      Eben es sind Details, ansonsten haben Bagh. und Murena ein Alleinstellungsmerkmal.
      Als ich damals, also so um 1987/1988 nach einem Mittelmotorwagen umgesehen habe, waren ein paar Aspekte ganz wesentlich: 1. mein Budget als Stundent etwas beschränkt, 2. ein vernünftiger Kofferraum musste vorhanden sein.
      Also kamen in Frage: VW-Porsche, Fiat X1/9 oder Bagheera.
      Aufgrund der drei Sitze und der irrigen Annahme, dass die beiden anderen stadtbekannte üble Roster waren und Kunststoff nicht rostet (ja, ja, so war man mit 19 und ohne internet) war´s dann der Bagh.
      Also wegen der ingeniösen Glanzleistung der Scheinwerferpneumatik habe ich mir den nicht gekauft und Klappscheinwerfer hatten die anderen auch.
      Und dann machte ich meine Erfahrungen damit.
      Baheera:
      - jau, der Bagh hatte eine Kontrolleuchte für mangelden Unterdruck, lustigerweise ging die aber erst an, wenn wirklich, definitiv und total nix mehr im System war. Leichte Undichtigkeiten meldete das System nicht. Das ging so weit, das zwar ein vernehmliches Zischen in Folge einer defekten Dichtung zu hören war, das Lämpchen jedoch aus blieb. D. h. der Motor zog munter Falschluft.
      Zumal der Unterdruckspeicher beim Bagh. ja auch noch etwas speziell ist. Stichwort Korrosion.
      Also zeigt die Kontrolleuchte tatsächlich nur den Tatbestand an, dass die Scheinwerfer aufgrund des mangelnden Unterdrucks nicht ausfahren können. Toll, das sieht man auch ohne Kontrollampe, es sei denn, die Ursache liegt bei den festgerosteten Scharnieren (übrigens auch eine ganz tolle Lösung...).
      Aber keine Bange, diese Lösung ist ja nur konsequent, da auch die Bremskontrolleuchte beim Bagh. nur dann angeht, wenn das Bemssystem ausgefallen ist und die Sensorlogik feststellt, dass zwar das Bremspedal getreten wurde, aber kein Druck aufgebaut wird ;) Daher vielleicht auch die neckischen Symbole bei den Kontrolleuchten. Gipfeln tut dies damit, dass man die Kontrolleuchte mittels eines Tasters auf die Funkition hin überprüfen kann.

      Murena:
      - Da hat man ja wohl folgenden Gedankengang gehabt: Na dann bauen wir mal einen nicht rostenden Unterdruckspeicher ein und postulieren, dass der ja ewig dicht hält. Da der Sensor ja nicht wirklich sinnig war, kann man den ja einsparen und sich von den eingesparten Francs einen Pernod gönnen.

      Aber jetzt mal im Ernst. Ja, bei praktisch allen Benzinern der 70er und 80er wurde der Bremsservo mittels Unterdruck aus dem Ansaugsystem betrieben: Zwei Verbindungen, ein Schlauch, ein Rückschlagventil - fertig. Da kann nicht viel undicht werden und falls ja ist der Fehler schnell einzukreisen.

      "Unsere" Lösung besteht jedoch aus ein paar Komponenten mehr und kommt darüberhinaus in die Jahre. Diese Erfahrung habe wohl nicht nur ich gemacht, denn Macken an diesem System sind wohl der runnig gag.
      Ob dieses dann tatsächlich unter die Rubrik "technisches Kulturgut" fallen kann ist für mich fragwürdig.
      Und ganz ehrlich, es stimmt schon, dass man mit regelmäßiger Wartung Pannen vermeiden kann. Aber regelmäßig das ganze System zu checken ist mir dann doch zu lästig, daher wollte ich einfach nur folgende Trennung:
      Das Ansaugssytem sollte nur den Bremsservo versorgen.
      Und die Scheinwerfer sollten alternativ (also egal wie) betätigt werden.
      Da ist für mich die Benz-ZV-lösung doch ganz nett, da ja recht viel der ehemaligen Lösung erhalten wird und gleichzeitig die Gefahr der Falschluft gut eingedämmt wird. Und nötigenfalls habe ich ja noch die total benknackte Reißleine im Cockpit, die nur dann funktioniert, wenn wirklich kein Unterdruck mehr da ist (Bagh. lässt grüßen).

      Alles Gute

      Michael

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Michael“ ()

      Vermutlich treffen bei der Frage "Original" oder "Verbessert/Modifiziert" mehrere verschiedene Welten aufeinander.

      1) Die "Sammler", welche ihr Fahrzeug eher selten bewegen, vielleicht am Wochenende, oder zu einem Urlaub oder Treffen. Niemals aber im Alltag. Solchen Leuten ist dann wohl Originalität eher wichtig, als praktische Nutzbarkeit. Man nimmt das Auto so hin, wie der Hersteller es gebaut hat, mit allen seinen Macken und Fehlern. Klassisches Statement: "Wenn ich ein gut und bequem fahrendes Auto will, kaufe ich ich eine moderne Kiste, die kann nämlich wirklich alles besser!".

      2) Die "Ingenieure", welche große Freude am Konstruieren haben und ihr Auto gerne technisch erheblich verbessern. Oftmals werden deren stark modifizierten Fahrzeuge auch nicht im Alltag gefahren. Mitunter wird geradezu irrwitziger Aufwand an Zeit und Kosten betrieben, einfach so aus Spaß an der (technologischen) Freud.

      3) Die "Pragmatiker", welche wenn etwas kaputt geht kein Problem damit haben einfach ein anderes Bauteil aus einem anderen Fahrzeug zu verwenden, weils billig, verfügbar, etc. ist, und sich darüber wundern, was sich andere nen Kopp machen. Oftmals benutzen diese den Wagen (auch) im Alltag, modell- und wertabhängig, natürlich.

      Die Pragmatiker schauen auf die Sammler als "Originalitätsonkels" und auf die Ingenieure als Spinner herab. Die Sammler kriegen Schnappatmung, wenn sie ein Vehikel eines Ingenieurs sehen. Bei Anblick eines Vehikels eines Pragmatikers wird dagegen lediglich die Nase gerümpft ob der (scheinbar) fehlenden Liebe zum Objekt. Die Ingenieure sind sowieso abgehoben und nehmen die Sammler und Pragmatiker erst dann wahr, wenn die sich bei technischen Themen fachkundig einbringen.

      Hier nun meine ganz persönliche Auffassung dazu, ohne dass dieses irgendwie besser als andere Ansätze sein soll. Ich möchte meine Vehikel möglichst originalgetreu halten. Dies betrifft sowohl die Optik als auch die wesentliche technische Funktionalität. Dort wo konstruktive Fehler vorliegen, haben ich kein Problem diese möglichst zu beheben. Oftmals läßt sich bei ingenieurtechnischem Verständnis eine Komponente auch intern leicht modifizieren, so dass sie zuverlässig funktioniert, ohne dass jemand das sieht (außer beim Zerlegen). Klassiker: Girling Mk IIA Bremsservo, der oft durch einen moderneren Bremsservo ersetzt wird. Der Girling kann aber absolut zuverlässig gemacht werden. Auch können manche Komponenten, die schon damals als Wegwerfartikel konstruiert waren, wunderbar repariert werden, was insbesondere dann Sinn macht, wenn das Teil nicht oder nur sehr teuer erhältlich ist. Daher unterhalte ich mich gerne mit der vorstehend "Ingenieure" genannten Gruppe, denn mit denen können solche Verbesserungen prima erörtert werden. Auch wenn ich persönlich es nicht erwägen würde, beispielsweise Fahrwerk, Motor, Getriebe etc. eines 70er Fahrzeuges so zu modifizieren, dass es wie ein moderner Golf GTI fährt. Ansonsten, manchmal haben sogar auch die Pragmatiker schlichtweg einfach Recht (aber es schadet auch nicht, wenn man trotzdem über etwas länger nachgedacht hat) .... :D .

      M.E. haben alle, einschließlich der Mischformen, ihre "Daseinsberechtigung" und haben Respekt und Anerkennung verdient. Man beschimpft ja auch niemanden, wenn er Blondinen (oder Brunette, oder Rothaarige, oder Schwarzhaarige) toll/doof/egal findet ..... :D . Mitlesende Frauen mögen die gendermäßige Umkehrung bitte darin mitlesen ... :D
      Information
      Sehr schöner Beitrag mit der Definition der verschiedenen Sichtweisen und deren Umgang miteinander.

      Nach dieser Definition und Einteilung muss ich mich wohl als Mischform outen:

      Beim Hauptbremszylinder mit 4 Abgängen statt derer 2, wo die zwei zusätzlichen dann mit Blindstopfen versehen sind, bin ich Pragmatiker.

      Bei der Optimierung des Schaltgestänges beim Murena bin ich Ingenieur.

      Und beim optischen Erscheinungsbild bin ich Sammler. So bleiben beim Murena die originalen Felgen auch wenn sie Putzen eine Katastrophe sind.