Bremskolben Matra Bagheera hinten

      Bremskolben Matra Bagheera hinten

      Ich habe folgendes Problem: Habe den Bremskolben der hinteren Scheibenbremse vom Matra Bagheera etwas herausgedrückt, um ihn mit Polierleinen zu glätten. Jetzt will der Kolben nicht mehr rein. Ich habe die Entlüftungsschraube geöffnet, aber er geht unverändert nicht zurück. Kann es sein, dass ich den Bremskolben drehen muss?
      Bin für jeden Hinweis dankbar!
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      So ist es!

      Das war die Kurzform, etwas länger:

      Wegen der Feststellbremse kann der Kolben "von alleine" nur rauswandern. Zurück muss er wie eine Schraube beim Anziehen gedreht werden. Am einfachsten mit einem passenden Schraubendreher flach durch die Quernut am Kolben.

      Wenn Du aber schon Probleme mit Rost/Verunreinigungen am Kolben hast, solltest Du das richtig machen und den Sattel richtig zerlegen. Das Gehäuse, insbesondere die Nut für Dichtung werden wohl nicht besser aussehen.

      Eine schöne Beschreibung dazu gibt es hier online:

      http://www.matraclub.org.uk/pdf/Brakes.pdf

      Ist zwar auf englisch und kommt auch noch von der Insel. Aber so lange die Briten noch in der EU sind, wird man diese Beschreibung wohl noch online lesen und verwenden können.
      Leider klappt es auch mit Drehen nicht. Der Kolben lässt sich nicht drehen und will einfach nicht rein. Dabei habe ich beide Entlüftungsventile für die Bremsflüssigkeit geöffnet.
      Auseinandernehmen möchte ich den Sattel eigentlich nicht. Gibt es noch irgendeinen Tipp oder komme ich da nicht drumrum?
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      Wenn er absolut nicht zu drehen ist, dann hast Du starke Korrosion zwischen Kolben und Zylinder,
      ausgelöst durch Feuchtigkeit, welche am Aluzylinder diese erzeugt.

      Am einfachsten ist es den Kolben rausdrücken mit der Bremse und dann den Zylinder
      mit Polierleinen ,600-800 Körnung bearbeiten - vorher die Dichtung herausnehmen.

      Probieren ob er jetzt problemlos reingeht, vorher fetten ( Klemmt der Kolben trotzdem, ist der
      Alu Zylinder nicht mehr rund und wird von der Korrosion der Befestigung- Alu / Stahl- verändert)
      Matracat bietet - oder hat mal eine Überholung angeboten.

      Wenn ja, die Dichtung in den Zylinder einlegen und den Kolben unter drehen und drücken
      wieder einbauen, geht nur millimeterweise. Vorher alles gut fetten mit blauen Fett
      von ATE. Gibt es in Zubehörhandel. Ohne dieses Fett bekommst Du diese Probleme bald wieder
      und der Kolben klemmt nicht mehr....

      Alle 2 Jahre den Kolben ca 1cm rausdrücken, ATE Fett drauf, reindrehen und nie mehr Probleme.

      Berichte mal
      Peter

      Eigentlich braucht man Spezialwerkzeug dazu, für das drücken kann man alternativ den ovalen Holzgriff
      von einem Hammer nehmen - am Hammer drehen /drücken, jetzt dann den Kolben etwas drehen ( Zange)
      ca eine halbe bis 1 Umdrehung, dann wieder mit dem Hammerstiel drücken dann drehen usw
      bis der Kolben ganz drinne ist.

      Der Grund für dieses drehen und drücken ( Kolben) ist die Handbremsmechanik, welche in dem Kolben eingebaut ist,
      damit wird bei verschleiß der Beläge die Handbremse automatisch nachgestellt.
      Das Spiel der Handbremse ist bei mir zwischen 7 und 9 Rastungen des Handbremshebels eingestellt.

      MURENA hat das gleiche System

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „Peter Georgi“ ()

      Das ist korrekt, aber sonst must Du sie mit Luftdruck rausdrücken, aber wenn da was klemmt
      knallt es gewaltig. ( vergessen zu schreiben - nicht zu empfehlen - muss man trotzdem schreiben da es
      auf die schnelle genutzt wird)
      Entlüften muss man sowieso, aber ich denke dieses zerlegen ist ein einmaliger
      Fall, wenn danach regelmäßig der Kolben gefettet wird, habe meine zumindest danach nie wieder zerlegt.
      Du kannst den Kolben ja kontrolliert rauspumpen, immer zwischendurch mal sehen
      ob er sich schon drehen läßt, aber raus muss er um die Korrosion zu entfernen am Zylinder.
      Peter

      Wie ist Dein Vorname, damit man Dich mal korrekt anschreiben kann....
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Peter Georgi“ ()

      Ja, wenn Du den Kolben ganz rausdrückst, was Du machen solltest, kommt die Bremsflüssigkeit hinterher.

      Deshalb: Gleich nach der Rausdrücken den Sattel vom Schlauch abklemmen und den Schlauch verschließen. Andernfalls läuft Dir das System leer. (und Du kannst die andere Seite nicht mehr auseinanderdrücken)

      Auf den damit verbundenen Bremsflüssigkeitsverluct sollte es bestimmt nicht ankommen. Wenn die Bremse fest ist und überholt werden muss, gehört das Erneuern der Bremsflüssigkeit ohnehin dazu.
      ich hatte mal einen ganz verrotteten Bremssattel gekauft den ich überholen wollte, da war der Kolben so fest das ich eine Fettpresse angeschlossen habe und damit dann den Kolben aus dem Zylinder gedrückt habe mit Druckluft tat sich da nichts mehr.
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      Normalerweise geht hier das Geheul los, wenn nur halb so gefährliches Treiben stattfindet wie hier empfohlen mit Druckluft.
      Deshalb einfach mal ganz deutlich der Unterschied:

      Druckluft: unbedingt etwas in den Bremssattel klemmen bis auf maximal wenige Millimeter Luftspalt (das gibt immer noch einen deutlichen Knall, wenn sich der Kolben löst). Ohne Anschlag wird der Kolben zum Geschoss und die natürliche Auslese findet statt.

      Fettpresse (oder Bremsöl): entspanntes (im wahrsten Sinn des Wortes) Lösen, nahezu ungefährlich. Nachteil: der ganze Bremssattel ist voll Fett.
      (für die jüngere Generation die empfehlenswertere Variante, da macht der Begriff "voll fett" mal wirklich Sinn :) )
      Ja, Druckluft gibt eine starken Knall bei der Entspannung und mit üblicherweise max. 10 bar kommt man ohnehin nicht all zu weit.

      Daher: Nach Möglichkeit einfach am Wagen mit der Bremsanlage herauspumpen.

      Alternativ habe ich mir einen Adpater vom Bremsschlauch zum Hochdruckreiniger gebaut. Da ist der Zylinder dann nur voll Wasser statt Fett, also quasi schon vorgereinigt.

      Und zur Gefährlichkeit des Treibens habe ich mir auch schon weiter oben Gedanken gemacht, als die Frage aufkam, ob da dann die Bremsflüssigkeit raus kommt. Das hat ja schon fast die Qualität wie "Ich will meine undichte Ölwannendichtung austauschen. Muss ich dazu das Motoröl ablassen?" Die Antwort übrigens: Ja, es sei denn, es ist eh schon alles rausgetropft. (Aber dann tropft er ja auch nicht mehr.)
      @Horst....

      schön dass du die Anleitung der Engländer für einen Anfänger empfiehlst, noch dazu wenn es um das absolut unwichtige, nebensächliche und vor allem für jeden Anfänger leicht zu verstehende Thema Bremsen geht.

      Was mich allerdings sehr überrascht ist die Tatsache, dass in diesem Forum keiner von euch Pfosten auf die Idee kommt, dem Neuen eine Bremsenrevision durch einen Fachmann zu empfehlen, jeder aber sein gefährliches Halbwissen kundtun muss.
      Na ja, der Herr Georgi hats kurz erwähnt..........

      Lasst den armen Kerl ruhig mit seinem Polierleinen am Rand des Kolbens rumeiern...hilft schon. Ist ja auch nur die Bremse.

      By the way......ich stelle mir schon langsam die Frage, wofür ich mehrseitige detaillierte Bildberichte in der Clubzeitung für unsere Mitglieder veröffentliche, gerade zum Thema "Bremse", dann aber eine ausländische Seite beworben wird, deren Fachenglisch Otto Normalverbraucher kaum versteht. Aber......ist ja nur die Bremse.

      @boro
      so wie es aussieht, hast du in naher Zukunft 2 Möglichkeiten zu verenden:
      1. du wirst dich tot sparen
      2. du endest im Heck eines LKW, der lediglich kurz nen Dampfstrahler braucht, um deine sterblichen Überreste zu beseitigen

      Lösungsangebot:
      schicke mir deine Sättel, am besten alle 4, so wirst du wenigstens Möglichkeit 2 hinauszögern.
      Falls du keine Kohle hast, ich mach dir alle 4 Sättel umsonst und beschichte sie dann noch kostenlos.
      Wenn du mein Lösungsangebot nicht annehmen möchtest, weil dich der Ehrgeiz treibt, tritt Möglichkeit 1 in Kraft

      Mannomann
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      Matracat schrieb:

      ...
      schön dass du die Anleitung der Engländer für einen Anfänger empfiehlst,
      ...
      ich stelle mir schon langsam die Frage, wofür ich mehrseitige detaillierte Bildberichte in der Clubzeitung für unsere Mitglieder veröffentliche
      ...

      Marcel,

      Dein Bericht zur Bremsenrevision in der Clubzeitung ist sicher mit dem von mir verlinkten, englischsprachigen vergleichbar. Nur ist die Clubzeitung nun mal primär nur Clubmitgliedern zugänglich und ein auf Papier gedruckter Artikel lässt sich hier nicht verlinken. (Die von mir oben verlinkte Anleitung hatte ich übrigens schon vor dem Matra-Club gefunden und gebookmarked.)

      Übereinstimmend können wir hier aber wohl eine Mitgliedschaft im MCD empfehlen, um nicht als Einzelkämper an die Dinge heran zu gehen sondern sich gegenseitig auszutauschen und zu unterstützen. Und das betrifft nicht nur sicherheitsrelevante Themen wie hier die Bremsen sondern alles rund um den Matra.

      Und nicht ganz ernst gemeint: Man sollte das Thema Bremsen nicht überbewerten. Schließlich heißt es "Auto fahren" und nicht "Auto bremsen".

      Und konkret für den Matra steht im Murena Handbuch: "Dieser Name ist geradezu ein Symbol für die Liebe zu schönen Fahrzeugen und die Freude am Fahren." Da steht auch nichts von der "Freude am Bremsen". Nebenbei: Wem gehört eigentliche dieser Slogan, MATRA oder BMW?
      @Matracat: Vielen Dank für das Angebot. Ich hab allerdings gestern nachgeschaut und gesehen, dass die Handbremse angezogen ist. Vermutlich wird das die Ursache sein, dass der Kolben nicht wieder reingeht. Werde ich heute nachmittag überprüfen. Übrigens ist es nicht die erste Bremsanlage, an der ich arbeite. Bisher bin ich noch nie im Heck eines Lkw gelandet...
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      der-boro schrieb:

      ... Ich hab allerdings gestern nachgeschaut und gesehen, dass die Handbremse angezogen ist. Vermutlich wird das die Ursache sein, dass der Kolben nicht wieder reingeht. ...

      Nein, das kann nicht die Ursache sein. Die Feststellbremse bewegt nur den Bolzen mit dem Steilgewinde im inneren des Sattel eine kleines Stück. Der Kolben muss sich darauf trotzdem zurück drehen lassen.

      Aber alleine diese Situation mit der angezogenen Feststellbremse, dem Sattel also wohl am Wagen an Schlauch und Seil baumelnd, wirft schon wieder Fragen nach der professionellen Vorgehensweise auf.

      Bei der Bremse sollte man in der Tat nicht basteln und vielleicht zumindest beim ersten Mal einen Fachmann hinzuziehen.

      der-boro schrieb:

      ... Bisher bin ich noch nie im Heck eines Lkw gelandet...

      Ja, ganz offensichtlich, sonst würdest Du hier wohl nicht mehr posten. Aber irgendwann ist immer das erste (und eventuell) einzige Mal.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „MM16_Franken“ ()