Folierung oder Car Dipping trotz H-Kennzeichens

      Folierung oder Car Dipping trotz H-Kennzeichens

      Hallo Fortgeschrittene!

      Ich bin Anfänger und habe seit kurzem einen Bag mit H-Kennzeichen in so einem Rostrotmetallic, eine Farbe die mir nicht sonderlich gefällt. Ich habe nun die Absicht das Fahrzeug folieren zu lassen und zwar in Silber. Nun hat mir ein Mitglied den Hinweis gegeben, dass sich eine Folierung evtl. nicht mit dem H-Kennzeichen verträgt. Ich habe aufgrund dessen mal im Internet recherchiert und auf die unterschiedlichsten Meinungen gestoßen, doch insgesamt scheint es doch so zu sein, dass eine Folierung möglich sein sollte, wenn nicht gerade eine Farbe verwendet wird, die zum Himmel schreit. Eine Alternative zur Folierung wäre ja das Car Dipping, also das "Lackieren" mit flüssiger Folie. Eine solche Maßnahme ist ja eigentlich kaum von einer Lackierung zu unterscheiden. Also, so frage ich mich, was spricht gegen ein Car Dipping? Hat das jemand von euch schon mal gemacht? Wie sind die Erfahrungen diesbezüglich. Und wer hat das zusammen mit einem H-Kennzeichen?

      Viele Grüße aus Süddeutschland


      Gunter
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      Hallo Gunter,

      nach den Richtlinien nach §23 (H-Kennzeichen) ist eine Folierung, oder sowas wie Car-Dipping, nicht zulässig. Auch beim Lack gilt: "Zeitgenössisch". Gab's damals nicht -> geht nicht.

      LG Roland
      :thumbsup: Alle sagten: "Das geht nicht!". Dann kam ich, ich wusste das nicht und hab es einfach gemacht... :thumbsup:
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      Beitrag von „Bagheera 74“ ()

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      Bagheera 74 schrieb:

      Die Richtlinien für H Kennz. sind Richtlinien und interpretierbar.

      Machen kann man im Endeffekt was man will. Plaketten und 23er Gutachten gibt's an jedem Bahnhof. Vielleicht kommt man 'ne Weile mit durch. Nur weil's einer abnimmt, heißt es aber nicht, dass es dann richtig und "legal" ist. Wir haben hier bei uns schon bei so einigen den H-Status bei einer normalen HU wieder weggenommen, weil irgendein Dödel seinen Job nicht richtig gemacht, bzw. falsch interpretiert hat. Die Finanzämter finden so was auch nicht lustig, freuen sich dann aber über 10 Jahre KFZ-Steuernachzahlung.

      LG Roland
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      Also es steht im §23 zum Thema Lack: Nur zeitgenössische Farbgebung zulässig... Es steht nichts über die Art der Ausführung. Also müsste es eigentlich gehen. Und wie geschrieben, beim Car Dipping handelt es sich ja auch um eine Art Lack. Man sieht da keine Schnittstellen und Übergänge. Bei Silbermetallic wäre es ja genau so, wie das damals bei meinem Bag war. Was mich etwas stört ist, dass das wohl einzig und allein vom Sachverständigen abhängt. Eigentlich sollte das nicht vom guten Willen einer Person abhängen, aber wahrscheinlich lässt sich das nicht umgehen. Es gibt ja zum Glück nicht nur einen Abnehmer in Deutschland. Und man kann zur Not dagegen klagen, um so eine Sache höchstrichterlich zu entscheiden. Ich könnte mir vorstellen, dass man bei so einer Frage den ADAC als Partner gewinnen könnte.

      So gibt es zum Beispiel im §23 die Regelung bezüglich Radio. Da muss das Erscheinungsbild erhalten bleiben (eh klar), aber das war es dann auch schon. Wer weiß denn schon, was denn damals verbaut war?

      Und bei den Bremsen ist sogar der Umbau auf ein Zweikreisbremssystem zulässig.

      Bei den Scheinwerfern kann man ebenfalls umbauen oder umrüsten, sofern das Erscheinungsbild erhalten bleibt.

      Jetzt kann man natürlich argumentieren: Ja, das dient ja auch der Sicherheit. Aber warum sollte dann nicht eine neue Technik bei der Farbgebung zulässig sein?

      Nun gut, ich werde sehen was geschieht.

      Erfahrungen hat somit wohl keiner von euch mit Car Dipping?
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „fooleranto“ ()

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      Beitrag von „Bagheera 74“ ()

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      Wie dem auch sei. Bitte nicht "Farbton" mit "Farbgebung" gleichsetzen.

      Es gibt eine interne "AKE-Arbeitsanweisung für die Begutachtung von Oldtimern nach §23 StVZO" welche für ALLE Prüforganisationen gilt und wo nach sich eigentlich alle zu richten haben. Wenn ein Prüfer sich nicht danach richtet, macht er seinen Job nicht richtig, schwarze Schafe gibt es überall.

      Unter "Punkt 3.2.1.2 Lack" heißt es: "...Lackfolien und Sprühgummi sind grundsätzlich nicht zulässig".

      Ausgenommen sind im weiteren Text lediglich Rallystreifen, Kantenschutzfolien oder sonstige transparente Folien ohne Veränderung des Erscheingungsbildes.

      Nicht falsch verstehen, erhebe keinen Finger; möchte nur erklären, wie es offiziell wirklich richtig ist. Das man immer Einen für alles mögliche findet, der eine falsche verstandene "Kundenfreundlichkeit" an den Tag legt, ist klar.


      Liebe Grüße,
      Roland
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      Beitrag von „Bagheera 74“ ()

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      Gibt es einen Link zu dieser Arbeitsanweisung? Das Internet gibt dazu nichts her. Ich finde zwar Arbeitsanweisungen, aber in keiner steht was von wegen Folierung oder Sprühgummi. Wenn es diese Arbeitsanweisung gibt, wäre die Sachlage natürlich klar. Ich lese halt immer nur von zeitgenössischem Erscheinungsbild und das wäre ja auch mit Folie oder Sprühfolie gegeben.
      Nein, sollte es im Internet nicht geben, da es eine "Interne" Arbeitsanweisung ist...

      Mail-Adresse?

      LG Roland
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      Bagheera 74 schrieb:

      fooleranto schrieb:

      Erfahrungen hat somit wohl keiner von euch mit Car Dipping?

      Nicht mit Oldies. Mir persönlich ist Folieren lieber, ist teurer und komplizierter.
      Aber: Schwiegersohn hat sein Auto mit Sprühfolie "veredeln" lassen. Wenn alles gut abgeklebt ist geht's. Sprühnebel ist extrem schwierig wieder weg zu bekommen (z.B. wenn es irgendwo hinein nebelt, Kühler, Motorraum) und die Schicht muss eine Mindestdicke haben um sie wieder abziehen zu können.
      Muss unbedingt ein Profi machen damit es nicht wie gut gemeint aber schlecht hingekriegt aussieht.
      Der herkömmlich folierte Porsche von einem Freund sieht nach 5 Jahren immer noch tadellos aus.


      Danke. Natürlich würde ich das von einem Profi machen lassen, es soll ja schließlich aussehen als ob das Fahrzeug gerade aus dem Laden gerollt ist. Auch innen möchte ich mein Fahrzeug wieder so herrichten lassen (ebenfalls vom Profi), das der Charme meines damaligen Bagheera X wieder auflebt. Momentan ist es einfach nur hässlich (meine Meinung), der Vorbesitzer hat das wohl anders gesehen und der Oldtimer-Sachverständige hat sich auch nicht daran gestört.
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      Beitrag von „Bagheera 74“ ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().

      RoPro schrieb:

      Nein, sollte es im Internet nicht geben, da es eine "Interne" Arbeitsanweisung ist...

      Mail-Adresse?

      LG Roland

      Roland war so nett und hat mir in diese AKE-Arbeitsanweisung Einblick gegeben. Leider ist sie nicht öffentlich und kann somit auch nicht im Internet gefunden werden. Nun, es ist tatsächlich so, dass dort explizit Lack-Folien und Sprühgummi ausgenommen, also unzulässig sind, ausgenommen sind Ralleystreifen etc.

      Ich habe auch soeben mit dem Sachverständigen von KÜS gesprochen. Der hat das grundsätzlich nicht verneint, meinte aber, dass sichergestellt sein müsste, dass man unter keinen Umständen den Altlack noch irgendwo zu sehen bekommt, also Türfalze, Motorhaube innen etc. müssten dann auch mit lackiert bzw. foliert werden. Die Folierung käme damit natürlich nicht klar, aber mit Sprühfolie sollte es gehen. Nun, wie auch immer, er will sich nochmals schlau machen und mir dann Anfang nächster Woche definitiv Bescheid geben. Ich werde dann abschließend berichten.

      Nochmals vielen Dank für die fachkundigen Beiträge.

      fooleranto schrieb:

      meinte aber, dass sichergestellt sein müsste, dass man unter keinen Umständen den Altlack noch irgendwo zu sehen bekommt

      Da sind wir wieder bei den Schafen... frei nach dem Motto: "Ist zwar nicht erlaubt, aber wenn's nicht direkt zu sehen ist, dann kann man das mal machen". :thumbsup:

      LG, Roland
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      Aber so finde ich das auch völlig in Ordnung. Bei anderen Teilen akzeptiert ja man ja auch, dass neuere Technik verbaut wird (schon allein der Sicherheit wegen). Wenn bei einem ganz alten Oldtimer beispielsweise es keine Achsschenkel mehr gibt (früher waren sie ja z. B. gegossen), dann macht man das ja auch neu aus Edelstahl mit einer CNC-Fräse Da käme doch auch keiner auf die Idee, dass man nur ein Original verwenden kann. Wenn das so wäre, dann gäbe es überhaupt keine Oldtimer mehr von Anfang 1900. Also wo ist der Unterschied? Die Hauptsache ist doch, dass das Fahrzeug so aussieht wie es früher war. Und das wäre ja dann definitiv der Fall. Oder liege ich mit meiner Meinung komplett daneben?

      Oder nehmen wir die Innenverkleidung. Da nehmen wir doch heute auch andere Materialien, als das vor 100 Jahren der Fall war. Ich glaube nicht, dass sich ein Sachverständiger daran stören würden, wenn man anstatt dem damals üblichen Büffelleder (bei amerikanischen Modellen) Rindsleder oder sogar Kunstleder verwendet. Solange es vom Original optisch nicht zu unterscheiden ist. Oder liege ich auch hier falsch?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „fooleranto“ ()

      Wenn es z. B. bei technischen Teilen keine andere Möglickeit mehr gib, weil‘s definitiv keine brauchbaren Originalteile (z.B. Schalldämpfer) mehr gibt, bin ich ganz auf Deiner Seite. Ebenfalls bei sicherheitsrelevanten Änderungen (Bremse etc.).

      Beim Lack? Wüsste nicht wie man das begründen kann. Billiger als „normal“ ist jedenfalls kein Argument.

      LH, Roland
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      Hallo Gunter,

      ist schon interessant, wie du dich gegen eine originale Lackierung streubst. Warum denn?
      Die hält allemal länger als jede Folierung und ist auch nur etwas teurer.
      Und dass die bei deinem Bekannten an dessen Porsche auch nach 5 Jahren noch hält ist ja klar, die Kiste wird wahrscheinlich kaum gefahren und steht zumeist in der Garage.
      Erfahrungsgemäß hält ne Folierung maximal 3 Jahre, wenn das Fahrzeug im Alltag bewegt wird, danach muss das Zeug wieder runter und kostet erneut.
      Außerdem sollte beachtet werden, dass GfK einfach anders arbeitet als Blech. Ich sehe hier ein Problem mit dem Folieren.
      Es gibt halt keine Alternative zu einer vernünftigen Lackierung.

      Gruß
      Marcel
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      Schutz des Originallacks vielleicht? Wenn man also den Urzustand nicht verändern möchte, man aber trotzdem eine andere Farbe haben möchte. Ich denke in meinem Fall trifft das nicht zu, weil das Fahrzeug auf jeden Fall nachlackiert wurde. Ob es die selbe Farbe ist, wie bei der Auslieferung, weiß ich leider nicht. Da muss ich mal nachschauen, das wird ja wohl irgendwo stehen.
      Hallo zusammen,
      ein sehr interessantes Thema mit dem ich mich bei meinen Fahrzeugen auch auseinandergesetzt habe - folieren oder lackieren?
      Anfaenglich war ich auch mehr beim Folieren - ist ja chick, geht schnell, H-Zulassung auch abgecheckt, Preise - alles OK - dann kamen die Bedenken.
      Wie Marcel schon erwaehnt hat - die Dauerhaltbarkeit der Folie ist um einiges geringer als beim Lack. Da geht das Geld, welches man beim Folieren im Vergleich zum lackieren gespart hat, vermutlich schnell in Ausbesserungsarbeiten an der Folie. Ebenfalls zu bedenken ist, dass man ggf eindringende Feuchtikeit unter einer Folie spaeter bemerkt, als bei einem Lack. Desweiteren scheint es auch nicht ganz unkompliziert bei der Reinigung von folierten Fahrzeugen zuzugehen - sind diese waschstraßentauglich? Vermutlich nur eingeschraenkt.
      Am Ende dieser Bedenken stand fuer mich die Entscheidung, meinen Murena und auch den Rancho lackieren zu lassen - einmal gemacht und hoffentlich fuer die naechsten 30 Jahre OK - ob das eine Folie auch schafft? Meine antwort auf diese Frage war - Nein.

      Beste Gruesse aus Koeln,
      Hans
      P.S. - teile gerne die Adresse des Lackierbetriebes meiner Wahl per p,n, mit (nahe Koeln)
      Hallo Hans!

      Danke für deine Einschätzung. So langsam bin ich überzeugt, dass eine Lackierung vielleicht doch die bessere Sache ist. Darüber hinaus hat meine Frau heute zum ersten Mal das Auto gesehen (sie war die letzten Tage krank und musste das Bett hüten) und als sie es gesehen hat, meinte sie, dass ihr die Farbe eigentlich ganz gut gefallen würde. Und nun steh ich da und grüble darüber nach, ob ich die Farbe lasse wie sie ist. Aber egal, wie es letztendlich ausgeht, die Diskussion war interessant und hat mir auf jeden Fall neue Erkenntnisse gebracht und darüber bin ich froh.
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