Bremssättel vorne Matra Bagheera

      Bremssättel vorne Matra Bagheera

      Die vorderen Bremssättel sehen noch schlimmer aus als hinten: Gummis beschädigt etc.
      Was ist besser: Nur Überholsatz mit neuen Gummis und Gummiringen oder gleich auch neue Kolben bestellen?
      Ich bin für gutgemeinte Tipps dankbar.
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      Da must Du den Kolben mal inspizieren.
      Ist die Außenseite vom Kolben ohne Riefen und Top ok, dann keinen neuen Kolben.
      Innen ist er meist immer etwas korrodiert, etwas schmirgeln und etwas Fett als Schutz bei jedem
      wechseln der Bremsklötze, dann gibt es keine Korrosion mehr...

      Gummi beschädigt, damit meinst Du wohl die Staubabdeckung ?
      Ist das Gummi von der Kolbenabdichtung beschädigt, dann wurde der Kolben mit Gewalt in den Zylinder gewürgt.
      Etwas drehen und drücken ist auch hier von Vorteil.
      Besorge Dir das ATE Fett für die Bremsen, fette den Kolben und die Dichtung damit gut ein und es gibt keine
      Probleme. Das ATE Fett ist kompatibel zu Bremsflüssigkeit und die Viskosität ist nicht flüssig, aber auch nicht wie Fett,
      liegt dazwischen.

      Peter

      Genaue Bezeichnung: ATE Bremszylinder Paste - Für die Montage von Haupt und Rad Bremszylinder. 180g Tube.


      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Peter Georgi“ ()

      Ein Zwischenstand: Mit Bremsdruck alleine kommen die Kolben nicht raus - bis auf einen. Habe die Bremssättel ausgebaut und einen sogar auseinandergeschraubt, um mit der Rohrzange Hand anzulegen. Hat aber auch nix gebracht - die hängen fest wie verschweißt. Wahrscheinlich muss ich es jetzt mit Druckluft oder mit der Fettpresse versuchen. Oder gibt es bessere Möglichkeiten?
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      Bagheera 74 schrieb:


      ...die beste Möglichkeit. Vorbefüllt (mit Öl) marschiert der ganz sachte raus ohne einem um die Ohren zu fliegen. Wenn er mit Bremsdruck nicht raus geht, kommt er auch mit Druckluft nicht. (Ausser vielleicht bei einem Tauchkompressor bei 200 bar+ ...)

      Während der Druck anliegt das Gehäuse mit Flamme oder Föhn erwärmen hilft auch oft.

      So ist es. Ein Werkstattkompressor geht überlicherweise bis 10 bar, der Bremsdruck ist ungefähr das 10 fache. Und wenn der Kolben damit nicht mehr raus geht, ist er so fest gerostet, dass er ohnehin ein Fall für den Schrott ist.

      Als Alternative zur Fettpresse (und der damit verbundenen Fettsauerei) habe ich mir einen Adapter zum Hochdruckreiniger angefertigt. Der drückt den Kolben dann auch mit Flüssigkeitsdruck und nicht mit einem lauten Knall (bei Luftdruck und der damit verbundenen Entspannung) raus.
      Wie lange hat der MATRA gestanden --- 30 Jahre?
      Die aller letzte Möglichkeit wäre vielleicht noch gewesen, den ollen Bremszylinder
      in heißen (70-80°C) WD40 24 Stunden oder mehr durchweichen zu lassen.
      WD40 gibt es auch in großen Gebinden..
      Damit haben wir eigentlich alles getrennt bekommen....
      Peter
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      Ein Zwischenstand: Mit Bremsdruck alleine kommen die Kolben nicht raus -
      bis auf einen. Habe die Bremssättel ausgebaut und einen sogar auseinandergeschraubt,
      um mit der Rohrzange Hand anzulegen. Hat aber auch nix gebracht - die
      hängen fest wie verschweißt. Wahrscheinlich muss ich es jetzt mit
      Druckluft oder mit der Fettpresse versuchen. Oder gibt es bessere
      Möglichkeiten?


      Hallo der_boro!

      Ich habe meinen Sohn (Schlosser) gebeten den inneren Kolben aus dem Bremssattel herauszulösen (mit Hitze und Kältemittel). Hierbei hat er den Bremssattel auseinander geschraubt, um besser ranzukommen. Jetzt habe ich irgendwo gelesen, dass wenn man das macht, der Bremssattel hinüber ist, weil er danach nicht mehr dicht ist. War das bei dir auch der Fall? Oder hat der Bremssattel dadurch keinen Schaden genommen? Blieb er dicht?

      Gibt es noch andere Erfahrungen in dieser Hinsicht?

      Gruß, Gunter

      fooleranto schrieb:

      ... Jetzt habe ich irgendwo gelesen, dass wenn man das macht, der Bremssattel hinüber ist, weil er danach nicht mehr dicht ist. War das bei dir auch der Fall? Oder hat der Bremssattel dadurch keinen Schaden genommen? Blieb er dicht?
      ...

      So ist es. Solche Bremssättel werden üblicherweise nicht auseinander geschraubt. Ich vermute mal wegen der Unsicherheit, ob die Schrauben danach fest genug oder zu fest angezogen werden. Dieses Verbot geht bei manchen Herstellern so weit, dass für die Schrauben Spezialköpfe, z.B. mit 5-Kant verwendet werden.

      Ich habe es aber trotzdem auch schon gemacht (wie auch manch andere verbotene Sachen ...).
      Die Dichtigkeit ist kein Problem, weil die Verbindung zwischen den beiden Sattelhälften unmittelbar an der Bohrung mit einer Gummidichtung abgedichtet wird. Also keine flächige Dichtung wie z.B. am Zylinderkopf, wie man es sich vielleicht vorstellen könnte.
      Hallo Horst!

      Danke für deine Einschätzung. Ja, das habe ich auch festgestellt. Die beiden Gummidichtungen sind ja so hoch, dass sie über den Rand des Bremssattels hinausragen und somit abdichten müssten. Und ja, genau das Problem mit dem Drehmoment habe ich jetzt auch, denn im Reparaturhandbuch steht leider nicht, mit wieviel Drehmoment man diese Schrauben anzuziehen hat. Aber vielleicht kennt ja jemand der Matra-Gemeinde diesen Wert? Ich habe diesbezüglich gerade eben bei Roland angefragt. Vielleicht weiß der ja mehr.

      Grüßle, Gunter
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      fooleranto schrieb:

      ... Und ja, genau das Problem mit dem Drehmoment habe ich jetzt auch, denn im Reparaturhandbuch steht leider nicht, mit wieviel Drehmoment man diese Schrauben anzuziehen hat. Aber vielleicht kennt ja jemand der Matra-Gemeinde diesen Wert? ...

      Wenn im Werkstatthandbuch drin steht, dass man diese Schrauben nicht öffnen soll, dann wird man dazu dort wohl auch kein Drehmoment finden.

      Ansonsten wenn ich es noch richtig im Kopf habe: M8er Schrauben in 8.8er Qualität. Das wären dann 25 Nm bzw. 2,5 mkg (für die Älteren unter uns).
      Auch ich habe keine Ahnung. Würde auch den Standard-Drehmoment für die Schraubenwerte (Festigkeit, Durchmesser, Gewindesteigung) nehmen. Vielleicht sogar lieber etwas weniger, denn undicht ist nicht so schlimm wie ab.
      :thumbsup: Alle sagten: "Das geht nicht!". Dann kam ich, ich wusste das nicht und hab es einfach gemacht... :thumbsup:
      Mitglied Nr.: HE 24 - Matra-Club Deutschland e.V.
      Hallo

      Manchmal dreht sich mir was um!
      Zumindest stimmt der erste Satz.......

      Ich meine, ab und dann auf den Schrott ist nicht so schlimm wie undicht vor der roten Ampel, wenn gerade ein Kind auf dem Fahrrad die Kreuzung überquert.
      Nur meine Meinung.

      Leute, lasst doch bitte die Finger von solchen sicherheitsrelevanten Bauteilen, wenn ihr nicht genau wisst, was Ihr tut.
      Der Hersteller wird sich schon was dabei gedacht haben, das Öffnen der Sättel nicht vorzusehen.

      Gruß
      Ralf
      Information

      r17 schrieb:

      Ich meine, ab und dann auf den Schrott ist nicht so schlimm wie undicht vor der roten Ampel, wenn gerade ein Kind auf dem Fahrrad die Kreuzung überquert.
      Nur meine Meinung.

      Hallo Ralf,
      natürlich hast Du recht, dass jemand ohne Ahnung, insbesondere an der Bremsanlage nichts zu suchen hat; der Meinung bin natürlich ich auch.
      Wobei ich das Trennen und wieder Zusammensetzen der Sättel aus technischer Sicht für unbedenklich halte, wenn 1. neue und korrekte Schrauben verwendet werden und 2. das korrekte Drehmoment eingehalten wird. Es sind lediglich zwei Gusshälften, die miteinander verschraubt sind. Bei den Norm-Drehmomenten ist auch bei "normaler" Vordehnung einer gebrauchten Schraube, noch eine großzügige Reserve bis zum Abriss. Die Gewindeabnutzung durch das einmalige Raus- und Reindrehen, kann denke ich total vernachlässigt werden.
      In Bezug auf die Verschraubung der Sattelhälften, müssen die Schrauben lediglich so fest angezogen werden, dass die erforderlichen Reibwerte (die das Verschieben der Hälften verhindern) erreicht werden.

      Die meisten Laien (und auch viele vom Fach) ziehen Schrauben grundsätzlich viel zu fest an. Da besteht nunmal die Gefahr, dass die Schraube zunächst super hält, später dann aber durch im Betrieb wirkende Kräfte abreisst; insbesondere beim Bremssattel wegen der hohen Temperaturunterschiede.

      Da sage ich eindeutig: Lieber zunächst etwas zu locker anziehen und dabei riskieren, dass eine leichte Undichtigkeit entsteht, als gleich viel zu fest, so dass -wenn nicht sofort- erst im Betrieb die Schrauben abreissen.
      Eine leicht undichte Bremsanlage fällt nicht schlagartig/vollständig aus und der drohende Ausfall kündigt sich rechtzeitig an - ein geplatzter Sattel sorgt auf der betreffenden Achse zum sofortigen Totalausfall.

      LG, Roland
      :thumbsup: Alle sagten: "Das geht nicht!". Dann kam ich, ich wusste das nicht und hab es einfach gemacht... :thumbsup:
      Mitglied Nr.: HE 24 - Matra-Club Deutschland e.V.
      He Jungs,
      es gibt im Netz einen Drehmomentrechner für Schrauben, wenn man
      sich nicht sicher ist - wie fest - ...... das sind dann die mittleren Werte...
      In der Der Fliegerei werden alle Schrauben mit einem Drehmomentschlüssel angezogen..

      .. wenn man sich nicht sicher ist wie fest - an sicherheitsrelevanten KFZ Bauteilen -
      jede Werkstatt verleiht auch kurzfristig ein Drehmomentwerkzeug, schon einige
      Male gemacht.
      Peter
      Also einen Drehmomentschlüssel habe ich (sogar mehrere, verschiedene), das ist nicht das Problem. Was mir fehlt ist der Sachverstand, auch was Schrauben angeht. Ich kenne mich damit nicht aus. Für mich sieht jede Schraube gleich aus. Bis heute wusste ich nicht, dass es da sogar einen Reibungskoeffizienten gibt. Somit ist es für MICH besser, dass ich ein neues Bauteil verbaue. Leider gibt es im Augenblick kein Solches. Lediglich Austausch-Bremssättel habe ich gefunden. Wenn ich nicht doch noch fündig werde, dann muss ich halt diese kaufen.

      Auf jeden Fall bedanke ich mich für die vielen guten Tipps.

      Grüße aus dem Süden


      Gunter
      Information
      Hallo Gunter,

      dieser Reibungskoeffizient ist in diesen speziellen Drehmoment Wert
      dann schon enthalten.. nehme mal als Beispiel - Alu Felgenhälften -
      KFZ oder Aircraft, da werden die Schrauben mit einem Korrosionsschutz Mittel
      meistens eingesetzt...

      Grüße aus Hamburg
      Peter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Peter Georgi“ ()

      Ah, jetzt habe ich verstanden. Na klar, in der Fliegerei ist das alles noch ein bisschen anspruchsvoller, da dort natürlich ein Problem unmittelbar zur Lebensgefahr werden kann. In der KFZ-Technik ist das nicht ganz so dramatisch. Bei Hubschraubern ist es sogar so, dass jedes Bauteil eine vordefinierte Lebensdauer hat und wenn diese abgelaufen ist, dann wird es ersetzt, ob es kaputt ist, oder nicht. Aber Gott sei Dank habe ich es NUR mit einer primitiven Technik zu tun, da ist die Chance doch ziemlich hoch, dass ich das beherrsche.