Befestigung Dreieckslenker hinten

      Befestigung Dreieckslenker hinten

      Hallo zusammen,

      bin gerade dabei meine Ölwannendichtung zu tauschen.
      Dabei muß bekanntlich der Dreiecklenker raus :evil:

      Mir ist beim Ausbau aufgefallen, daß da Schraubbolzen mit Güte 8.8 verbaut
      waren. Sind natürlich nicht die Werksschrauben, aus bekannten Gründen ?( .

      Welche Festigkeitsklasse gehört jetzt da rein?

      Genügen 8.8 oder solls 10.9 sein??

      Vielleicht weiß jemand was da Original drin war........

      Danke
      Franz
      Wer später bremst ist länger schnell :D
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      emem schrieb:

      Bei mir waren 10.9 eingebaut.
      Die habe ich durch welche aus Edelstahl, ebenfalls 10.9 ersetzt und habe seit dem Ruhe.

      Aus dem Anzugsdrehmoment von "nur" 45 Nm für diese Schräglenker-Lagebolzen lässt sich bereits ableiten, dass hier 8.8 vollkommen ausreichend ist.
      Es macht nämlich keinen Sinn, eine 10.9er Schraube zu verwenden und diese dann nur wie eine 8.8er anzuziehen. Die Reserven der 10.9er werden dabei einfach nur verschenkt. (Schaden tut es natürlich nicht, außer bei den Kosten.)
      Nebenbei auch eine Anwendung des Anzugsdrehmoments, hier nur in umgekehrter Richtung.

      Ansonsten verwundert mich die Kombination von Edelstahl und 10.9.
      Edelstahlschrauben werden üblicherweise anders gekennzeichnet, beginnend mit einem A, gefolgt von der Stahlgruppe und dann durch ein "-" abgetrennt die Festigkeit in 1/10 der Zugfestigkeit in N/mm^2.
      Gängig sind hier beispielsweise A2-70 oder A2-80.

      schrauben-lexikon.de/download/…nnzeichnung-Edelstahl.pdf

      media.wuerth.com/stmedia/shop/…ges0000/LANG_de/09149.pdf
      Kann sein, dass die 8.8 Schrauben ausreichend sind.
      Es waren aber 10.9 Schrauben eingebaut, die teilweise nach 8 Jahren Autoleben festgerostet waren.
      Aus diesem Grund habe ich die Schrauben gegen Edelstahlschrauben ausgetauscht.
      Die Schrauben wurden in einem Fachgeschäft für Industriebedarf gekauft und haben die Aufschrift 10.9.
      Kann es sein, dass es sich um Stahlschrauben in 10.9 mit einer wie auch immer gearteten Oberflächenvergütung handelt?

      Hier noch ein weiterer interessanter Link dazu:

      https://motorrad-gespanne.de/magazin/experte-gespanntechnik/edelstahlschrauben/

      ​Hochfeste Schraubenverbindungen (10.9 und höher) lassen sich mit auf dem Markt befindlichen Edelstahlschrauben nicht darstellen.


      ​Die Dauerfestigkeit von Edelstahlschrauben, also die Fähigkeit, pulsierenden oder wechselnden Kräften zu widerstehen, scheint gegenüber normalen Schrauben geringer zu sein. So hat man sogar schon von Schraubenbrüchen bei Fahrzeugteilen mit extremen Vibrationsbelastungen gehört, etwa auf afrikanischen Waschbrettpisten.

      Der kritische Leser dieses Beitrags denkt sich an dieser Stelle: Es ist enttäuschend, in einem Fachartikel Aussagen lesen zu müssen, die auf Hörensagen basieren. Warum keine belastbare Fakten?

      Was sagen denn diesbezügliche Datenblätter der Schraubenhersteller hierzu?

      Die Antwort lautet: Fast nichts. Das lässt zwei Schlüsse zu. Entweder es liegen tatsächlich noch keine Versuchsreihen hierüber vor oder die Kenndaten bezüglich Dauerfestigkeit sind so ernüchternd, dass Hersteller diese ungern veröffentlichen. Soviel zum Thema Belastbarkeit.
      Also mit den "Edelstahl"-Schrauben in Zukunft Schlaglöcher meiden.

      ​Edelstahl ist ein denkbar schlechter Gleiter. Das führt dazu, dass sich die Schrauben spürbar schwerer anziehen lassen – was in den meisten Fällen keine Rolle spielt. Unschön wird es aber, wenn das Werkstatthandbuch ein bestimmtes Anzugsmoment der Schraube vorschreibt: Der dort genannte Wert gilt nur für die Verwendung von Stahlschrauben.
      Also zu den 45 Nm noch ein gewisser Zuschlag, aber wie viel?
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      Auch meines Wissens werden Edelstahl Schrauben nicht in dieser Weise gekennzeichnet. Der Kauf in einem Fachgeschäft heisst noch lange nicht, dass dort nicht auch "seltsame" Teile aus dubioser Herkunft verkauft werden. Ich würde angebliche Edelstahlschrauben mit solcher Kennzeichnung nicht verwenden bei sicherheitsrelevanten Sachen. Auch bei Gewerbebedarf wird Schrott verkauft (beispielsweise mein teuerer Hazet Motorkran, der komplett in China gefertigt wurde und bei dem ich erstmal sämtliche Befestigungsmittel gegen solche höherer Festigkeit und Präzision austauschen mußte, damit ddas Teil nicht gemeingefährlich ist)

      Wegen Edelstahlschrauben und Rost, wenn Edelstahl mit Normalstahl in Kontakt kommt, rostet es genauso. Weshalb beispielsweise in Materiallagern diese Materialien streng getrennt aufbewahrt werden. Sinn macht es im Grunde nur mit einer Edelstahlmutter, das rostet dann nicht aneinander fest.

      Edelstahlschrauben sind grundsätzlich weniger bis gar nicht geeignet für mechanische Wechselbelastungen. Beispielsweise Bremssättel damit zu befestigen wäre gemeingefährlich.

      Beste Grüße,
      Bernhard

      BJJ schrieb:

      Sinn macht es im Grunde nur mit einer Edelstahlmutter, das rostet dann nicht aneinander fest.
      Das Festrosten passiert hier aber zwischen Schraube und der inneren Hülse des Silentblocks. Also bräuchten wir diese auch aus Edelstahl. Und das angrenzende Rahmenblech, das ja auch an der Verschraubung beteiligt ist, ist auch normaler Stahl und wohl kaum austauschbar (oder ein ganzes Chassis aus Edelstahl).
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      Das Auswechseln hat 1990 stattgefunden. Zu diesem Zeitpunkt waren die verzinkten Schrauben schon festgegammelt.
      Die Edelstahlschrauben bis heute noch nicht. Im Übrigen ging es in der Fragestellung von Race-Ready um die Festigkeitsklasse der Schrauben.
      Ich gehe einmal davon aus, dass die Schrauben die ich ausgebaut habe, die im Werk verbauten Schrauben gewesen sind.
      Weiter gehe ich davon aus, dass man sich etwas dabei gedacht hat, diese Schrauben zu verwenden.
      Man sollte auch bedenken, dass die Schrauben in den Schwingen nicht wie im Normalfall durch eine Zugbelastung, sondern durch Scherung und Gleitreibung belastet werden.

      emem schrieb:

      Man sollte auch bedenken, dass die Schrauben in den Schwingen nicht wie im Normalfall durch eine Zugbelastung, sondern durch Scherung und Gleitreibung belastet werden.


      Eigentlich soll sich die Schwinge nur im Elastizitätsbereich des Gummilagers bewegen, nicht die Innenbuchse des Gummilagers auf der Schraube. Die deswegen längere Innenbuchse sollte so fest angezogen sein dass sie sich zur Karosserie nicht mehr bewegen kann. Darum sollte die Schwinge in der richtigen Position sein (wie beim normal belasteten Fahrzeug) wenn die Schrauben angezogen werden.

      Bagheera 74 schrieb:

      emem schrieb:

      Man sollte auch bedenken, dass die Schrauben in den Schwingen nicht wie im Normalfall durch eine Zugbelastung, sondern durch Scherung und Gleitreibung belastet werden.


      Eigentlich soll sich die Schwinge nur im Elastizitätsbereich des Gummilagers bewegen, nicht die Innenbuchse des Gummilagers auf der Schraube. Die deswegen längere Innenbuchse sollte so fest angezogen sein dass sie sich zur Karosserie nicht mehr bewegen kann. Darum sollte die Schwinge in der richtigen Position sein (wie beim normal belasteten Fahrzeug) wenn die Schrauben angezogen werden.
      So ist es, hier tritt keine Gleitreibung auf. Vielmehr geht es um die Haftreibung der inneren Buchse gegenüber dem Rahmen. Dafür, dass das haftet und nicht gleitet, ist die Zugkraft der Schraube zuständig. Eine Scherkraft würde erst dann auf die Schraube wirken, wenn diese Verschraubung anfängt zu gleiten. Die Schraubverbindung zieht das Paket "Rahmen - Buchse - Rahmen" nur zusammen.