Wie drückt Ihr das Kühlsystem beim 2.2 ab?

      Wie drückt Ihr das Kühlsystem beim 2.2 ab?

      Hallo,
      zur Abwechslung mal eine einfache Frage. Womit setzt Ihr das Kühlsystem unter Druck? Habt Ihr einen umgebauten Verschlußdeckel oder setzt Ihr einen Schlauch unter Druck? Bei der Bremse habe ich einen Deckel mit einem Felgenventil versehen und kann damit das System zum Wechseln oder Entlüften mit Druck beaufschlagen. Beim Ausgleichsgefäß des Kühlwassers dichtet der Deckel aber nicht oben sondern mit dem Federteller darunter ab, so dass ein Umbau etwas aufwändiger wäre. Auch habe ich keinen Deckel "übrig". Bevor ich anfange zu basteln, frage ich mal lieber nach. Hier gibt es ja oft unterschiedliche Lösungsansätze.
      Gruß Chris
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      Im Prinzip ganz einfach.
      Man lässt den Motor solange laufen, bis das Kühlwasser heiß wird. Bei ca 90 Grad Betriebstemperatur, die man im Cockpit ablesen kann, ist dann Druck auf dem System. Dies kann man dann ganz leicht testen, indem man den Deckel des Ausgleichsbehälters öffnet. Normalerweise zischt es dann kräftig heraus. Dies geschieht nur dann, wenn Druck auf dem Kühlsystem ist.

      Gern geschehen
      :)
      Typenunabhängig angemerkt.

      Wenn es keine sonstigen Auffälligkeiten (erkennbare äußere Lecks, weißer Dampf aus dem Auspuff) gibt, reicht der "Warmlauf- und Zischtest" sicherlich völlig aus, sehe ich auch so. Bzw. ich hätte gar keine Veranlassung da überhaupt zu testen.

      Was damit aber nicht festgestellt werden kann ist ob es kleine (!) interne Lecks gibt. Darüber gibt in der Tat nur ein Drucktest Aufschluß, der über längere Zeit (Druckabfall?) durchgeführt wird. Wenn man das unbedingt machen will, bräuchte es einen Blinddeckel (also ohne Ventile) ein Einschraub-Reifenventil und einen Reifenfüller mit genauem Manometer (1-4 bar, nicht die billigen 10 bar Teile). Druckluft natürlich auch. Das würde ich aber nur testen wollen, wenn der Kühlmittelstand sich mit der Zeit langsam absenkt, ohne dass man äußere Lecks erkennen kann.

      Und nach einem Drucktest auf jeden Fall rein vorsorglich zunächst den Motor per Hand durchdrehen. Nicht dass da durch einen Riss im Kopf Wasser in einen Brennraum geflossen ist und bei einem Startversuch der betreffende Zylinder "auf Block" und Kolben/Pleuel/Lager in die Hose gehen (Wasser ist nicht kompressibel).

      Beste Grüße,
      Bernhard
      Chris, Du hast doch die möglichen Antworten schon in Deiner Frage geschrieben.

      Es geht darum, dass man einen definierten Prüfdruck auf das System bekommt, der einerseits über dem normalen Betriebsdruck und andererseits im Bereich des zulässigen liegt, also sagen wir mal so ungefähr 1 bar (nicht dass der Kühler oder ein Schlauch platzt).

      Dafür kann man entweder einen Deckel modifizieren oder an anderer Stelle den Druck auf das System geben. Z.B. einen Schlauch abklemmen, die eine nun offene Seite verschließen und auf die andere nun offenen Seite den Druck drauf geben. Wer das öfter machen will, kann natürlich auch ein T-Stück einbauen. Sofern vorhanden kann man den Druck auch über eine Entlüftungsschraube (in dem U-förmigen Schlauchbogen) einspeisen. So bald man dabei aber über den normalen Betriebsdruck gehen will, braucht man auch hier einen (allerdings etwas anders) modifizierte Deckel, weil dieser ja den Druck ab ca. 0,5 bar ablässt.

      @ Marcel: Mit Deiner Methode prüfst Du "nur" mit normalen Betriebsdruck (wie er sich durch die Erwärmung einstellt) bzw. ob sich ein solcher überhaupt einstellt. Beim sogenannten "Abdrücken" geht es aber darum mit höherem Druck auch kleinere Lecks zu finden oder vielleicht auch das Abblasen des Deckels zu überprüfen.
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      Hallo Chris,

      oder Du schaust einfach in bei der Bucht nach.
      Der Mercedesdeckel vom W124 (und vermutlich auch die der Vorgängermodelle) passt zumindest beim 1,6er geometrisch. Der Öffnungsdruck ist möglicherweise unterschiedlich, doch das tut ja nichts zu Sache. Ob der 2,2er und 1,6er untereinander austauschbar sind kann ich ad hoc nicht sagen, nach dem Katalog unseres Händlers schon.
      Damit müsstest Du weiterkommen.
      Wie Bernhard schreibt ist der Druckabfall interessant, damit weißt Du dann, dass es eine Undichtigkeit gibt.
      Zum Leckauffinden wird Dir diese Messung allein aber vermutlich nicht viel weiterhelfen.
      Was da, zumindest bei äußerlichen Leckagen weiterhelfen kann, ist eine ebay.de/itm/PREMIUM-ALUMINIUM-…5ac37eaffeabdc0%7Ciid%3A1 UV-Taschenlampe.

      Wieviel Kühlmittel verlierst Du?

      PS es muss nicht unbedingt ein Leck im Kühlsystem sein, es kann schon reichen, wenn der Kühlmittelverschluss nicht mehr richtig dicht ist. So bin ich auf den Benzdeckel gekommen.


      Alles Gute

      Michael

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      Hallo,
      ganz herzlichen Dank für die vielen vielen Tipps. Nun muß ich wohl doch weiter ausholen. Bei jedem zweiten oder dritten Abkühlen bildet sich rechts unter dem Motor eine kleine Wasserlache, etwa untertassengroß - ca. 2-3 ccm. Es ist Kühlwasser und kein Öl etc. An der Verrippung der Ölwasse hängen ein paar Wassertropfen, sonst ist nichts zu finden. Die Wapu scheint dicht zu sein. Im letzten Sommer habe ich alle Schläuche erneuert, aber wenn ich da einen Fehler gemacht hätte, müßte der eigentlich schon früher aufgefallen sein, da ich das Auto ganzjährig fahre. Es gibt auch keinen weißen Rauch aus dem Auspuff, und bei laufendem heißen Motor ist auf den ersten Blick nichts zu finden. Bevor mich nun die ganz große Unruhe packt (ZKD), möchte ich das System kalt abdrücken, um zu sehen, ob sich irgendwo ein Rinnsal bildet. Weiß zufällig jemand, ob der MB-Deckel bei einem 2.2 wirklich paßt?
      Nochmals besten Dank für die Mithilfe.
      Gruß Chris
      Hallo Chris,

      wie gesagt zum 2,2 sind meine Kenntnisse begrenzt.
      Aber ich kann die wirklich die UV-Lampe empfehlen, denn hier muss nichts nass sein, da auch getrocknete Ablagerungen aufleuchten.
      Nur gib die nicht dem Haushaltsvorstand, man kann damit auch Toiletten ausleuchten...
      Für nen schlappen Zehner kann man damit eine ganze Menge Sachen machen. Nur nimm die mit der starken Einzel-LED und nicht die mit den mehreren Kleinen LEDs.
      Bei dem Chinazeugs dauert es halt etwas, aber das Teil ist wirklich ganz OK.

      Alles Gute

      Michael
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      Hallo,
      ich habe die Sachen bestellt und erhalten. Der Abdrücker paßt und funktioniert sehr ordentlich und hat "leider" auch ein Ergebnis gezeitigt: Am Auspuffkrümmer ist die Dichtung beim 2. und 3. Zylinder naß. Es tropf ganz langsam grüne Kühlflüssigkeit herunter. Ich habe dann den Krümmer abgeschraubt - eine eklige Arbeit, weil kein Platz vorhanden ist. Dann wieder abgedrückt. Die beiden verdächtigen Auslaßlöcher des Zylinderkopfes sind richtig naß. Das habe ich auch noch mit einem Endoskop verifiziert. Ich vermute mal, dass die ZKD unter Druck Wasser durchläßt. Es gibt aber keinen weißem Qualm aus dem Auspuff und auch keinen Zusatzdruck im Kühlwasser. Nun frage ich mich, was ich machen soll. Klar, am besten eine neue ZKD. Aber in einer Garage ohne Stromanschluß und nur auf zwei Auffahrrampen? Da muß ja nur eine Schraube vom Steuergehäuse abbrechen und ich kann gar nichts mehr machen. Frage: Hat jemand von Euch Erfahrungen mit Steel Seal? Ich weiß, dass viele bei Dichtmitteln gleich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen - wegen Verstopfungen von Wärmetauschern und Kühlleitungen im ZK. Ich müßte rd. 1 Jahr damit überstehen. Dann bin ich umgezogen und habe mehr Platz und könnte dann an die ZKD.
      Gruß Chris

      Chris schrieb:

      Die beiden verdächtigen Auslaßlöcher des Zylinderkopfes sind richtig naß. Das habe ich auch noch mit einem Endoskop verifiziert. Ich vermute mal, dass die ZKD unter Druck Wasser durchläßt.
      Wie kommst Du zu der Schlussfolgerung, dass es "nur" die ZKD ist?

      Ich fürchte, es ist viel schlimmer und Du hast einen Riss im Kopf.
      Eine defekte ZKD würde doch "nur" das Wasser in den Brennraum lassen. Das geht doch dann aber erst mal nur in die Zylinder und nicht gleich in die Auslasskanäle. Oder hast Du gleich die beiden Zylinder bis zum Überlaufen geflutet?

      Egal wie, der Kopf muss runter und dann ggf. einzeln abgedrückt werden.

      Und in einer Garage ohne Strom und nur 2 Rampen würde ich diese Arbeit lieber nicht anfangen.
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      Hallo Horst,
      Ja, an beides habe ich auch schon gedacht - leider passen Riß und Garage aber nicht zusammen. Und nein, die Zylinder habe ich Gott sei Dank nicht geflutet. Aber ich frage mich im Moment noch, wie ich die Sache angehe. Und die Kosten spielen natürlich auch eine Rolle. Vielleicht fällt mir morgen noch was ein.
      Gruß Chris
      Hallo Chris,

      im Anhang habe ich 1 Bild Motorblock von oben, 1Bild Zylinderkopf von unten geplant
      2 Bilder Zylinderkopf Alt Zyl 2+3 und Zyl 1+2
      Normalerweise kommt auf der Auspuffseite, wenn die Kopfdichtung fehlerhaft ist, nur Öl raus.
      Da ist nirgendwo Wasser in der Nähe, siehe Bilder - nur Öl.

      Kommt da Wasser dann könnte ich mir vorstellen, das die untere Seite vom Kopf
      in diesen Bereich stark korrodiert ist und Wasser zwischen Kopf und Dichtung sich einen Weg nach außen plant.
      Das ist dann die schnelle und preisgünstige Lösung, drück die Daumen :thumbsup: .
      Aber normalerweise ist da ein Riss im Kopf bei den Symptom.

      Wäre die untere Seite von der Kopfdichtung defekt, dann würde Kühlwasser
      in den langen Verbindungen der Ölablauflöcher in das Öl laufen - und der Ölstand steigt...…
      lass mal dein Öl ab und check auf Wasser, schwimmt dann unten im Öl.

      Nimm den Kopf runter, dann ist es FAKT und mit einem Schleifen / Planen vom Kopf gemacht.
      Drück nochmal die Daumen. :thumbup:
      Kostet in Hamburg ca. 80-100€ wenn der Kopf komplett leergeräumt ist.

      Peter
      Anhang 3 Bilder
      Bilder
      • Motorblock 2,2.jpg

        238,96 kB, 3.124×1.212, 33 mal angesehen
      • Kopf 2,2.jpg

        380,14 kB, 3.584×2.016, 33 mal angesehen
      • Zyl 3 und 2.jpg

        326,76 kB, 3.648×2.736, 31 mal angesehen
      • Öl - Wasser Zyl 1-2.jpg

        382,3 kB, 3.648×2.736, 31 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Peter Georgi“ ()

      Hallo zusammen,

      nun melde ich mich wieder, weil es Neues gibt: Ich habe den ZK in Eigenleistung ausgebaut. Mit Geduld und Spucke... Aber es hat ganz gut geklappt. Den ZK habe ich mir dann angesehen, und wie schon befürchtet, haben der zweite und der dritte Brennraum jeweils einen Riß. Der Riß geht beide Male fast identisch von unterhalb des Auslaßventils zum nächsten Wasserkanal. Bis auf die Risse sieht der ZK eigentlich richtig gut aus. Nun stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Schweißen lassen oder einen überholtes Gebrauchtteil oder ein normales Gebrauchtteil? Neue Zylinderköpfe gibt es ja wohl nicht mehr. Hat jemand von Euch einen Tipp?
      Bilder stelle ich eventuell noch ein, wenn ich weiß, wie das geht.
      Beste Grüße Chris
      Hallo Chris,

      mittlerweile scheint Laserschweißen eine recht gute Reparaturmöglichkeit zu sein.
      Bei einem gebrauchten Kopf ist das ein gewisses Lotteriespiel, der kann OK sein, muss es aber nicht.
      Bei einer Reparatur sollte Garantie drauf sein.
      Ich würde mir einfach einmal einen Kostenvoranschlag oder eine grobe Kostenschätzung geben lassen und dann weitersehen.
      Neben der o.g. Firma hier noch eine weitere.

      Alles Gute

      Michael
      Hi Michael,

      da bei mir kein Like-Button ist (alter Laptop) auf diesem Wege mein thumbs up.

      Grundsätzlich kann auch mit WIG gearbeitet werden, der Verzug ist dabei aber möglicherweise deutlich. Mit Laserschweißen ist der Verzug minimal. Aber auch dann sollte nach dem Schweißen geplant werden, die Kosten dafür kommen dann noch dazu.

      Je nach Gusstyp und -Qualität kann Schweißen, wie auch immer, problematisch werden, wenn der Guss porös ist, denn dann wirft es sich immer wieder auf. Auch eventuell problemtisch ist das Material des Zuschlagstoffes. U.U. sollte man die extakte Gusslegierung des zu schweißenden Teils wissen/bestimmen. Bei Laserschweißen kann eventuell ohne Zuschlag gearbeitet werden. Allerdings ist mit Laserschweißen, so oder so, die Tiefe der Naht eher gering, so dass bei einem Kopfriss die Gefahr besteht, dass das bald wieder auf geht.

      Beste Grüße,
      Bernhard

      P.S.: Sofern ein gebrauchter Kopf nicht teuer ist, wäre ein gebrauchter Kopf, der überholt wird, vermutlich einfach die pragmatischere Lösung
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      Hallo zusammen,
      da so viele mitgeholfen habe, berichte ich kurz über den aktuellen Stand: Gebrauchte ZK sind einbaufertig nur bei einem unserer Händler zu bekommen, wobei die Historie dann unbekannt ist. Deshalb habe ich mich parallel um eine Rep.-Möglichkeit gekümmert. Das ist deshalb nicht ganz trivial, weil Motorenüberholung und Schweißen verschiedene Gewerke sind, die nicht in einer Hand liegen, auch wenn der Motoreninstandsetzer alles auf seine Rechnung schreibt. Und wegen der 2 Gewerke bekommt man meistens keine Kostenschätzung. Ich habe etwas länger suchen müssen und lasse den Kopf nun reparieren. Soll 4-6 Wochen dauern. Ich werde wieder berichten.
      Grüße Chris