Ein Matra Murena in Sachsen

  • Na ja, so ganz "frisch" ist es vielleicht nicht mehr, aber es ist unverbranntes Kraftstoff-Luftgemisch welches während dem Kompressionsvorgang an Kolbenringen und Kolben vorbei in das Kurbelgehäuse gelangt. (blowby gas).

    Das Gas, das beim Verdichten an den Kolbenringen vorbei geht, ist in der Tat Frischgas. Das ist aber nur die halbe Wahrheit oder gar weniger. Im Verbrennungstakt gehen verbrannte oder nur teilverbrannte Gase an den Kolbenringen vorbei. Und im Verbrennungstakt liegt der Verbrennungsdruck an, während es beim Verdichten nur der Kompressionsdruck ist.


    Darum versucht man im Kurbelgehäuse den "Luftdruck" (Gasdruck) relativ niedrig zu halten, das verringert die Verluste durch die bewegten Luftmassen die im Motor hin und her geschoben werden, weil weniger Luftmasse da ist. Der Unterdruck entsteht dabei im Ansaugbereich, angestrebt sind ca. 2 bis 5 Millibar.

    Das ist prinzipiell richtig aber eher akademisch. Die genannten 2 bis 5 mBar sind ja gerade mal 2 bis 5 Promille des atmosphärischen Luftdrucks. Demzufolge reduziert sich die Masse der Luft im Kurbelgehäuse bei diesem Unterdruck auch nur um diese 2 bis 5 Promille, also gerade mal ein halbes Prozent.


    Ansonsten ist der Zusammenhang zwischen Unterdruck und Dichtungen durchaus zutreffend.

  • Auch das ist eher akademisch, aber je höher der Druck im Zylinder ist, desto mehr machen die Kolbenringe "dicht", da sie durch den Druck angelegt werden. So ist der Verlust während dem Arbeitstakt nur unwesentlich höher als zu Beginn- bzw. während des Verdichtungstaktes.
    Bei UT am Umkehrpunkt haben die Kolbenringe sozusagen "offen" und liegen in der Nut kurzfristig quasi nicht an, an während Frischgas durch die schwingende Gassäule mit einem gewissen "Überdruck" (kinetische Energie der bewegten Gasmasse) den Zylinder füllt. Mit steigendem Komressionsdruck legen sie sich wieder fester an.

  • Sicher ihr zwei, aber so akademisch meinte ich das gar nicht. Die Prozesse dahinter sind schon klar unter dem "Umwelt-Schutz-Aspekt" verstehe ich das schon. Ich bin nur der Meinung, dass es motorentechnisch eher eine Kompromisslösung ist und sicher nicht notwendig für eine optimale Funktion. Aber prinzipiell kommt der ölige Sprühnebel ja wenigstens dem Vergaser zu gute.

  • In der Werkstatt läuft's gerade nicht so, wie ich gern hätte. Der Motor steht zwar fertig in der Ecke, aber ...

    Also hab ich mal was Kleines erledigt. So zum Beispiel der Antennenhalter, denn der hat ein echtes konstruktives Problem. Er besteht aus Alu, oben offen und sitzt in einer Kunststoffaufnahme, die als Wanne ausgeführt ist. Das Wasser, das da von oben erst einmal rein kommt, steht da und kann sich in Ruhe über das Alu hermachen. Wenn man nicht gelegentlich beispielsweise Silikon einbringt, kann das nach eine Weile übel aussehen und so den Empfang empfindlich beeinträchtigen, da die Funksignale nicht mehr weiter geleitet werden. Wer also Probleme mit dem Radioempfang hat, kann auch mal da nachschauen. Ich war doch wirklich überrascht, was da im Laufe der Jahre passiert ist! Außerdem hatte sich das Wasser auf meinem Auto auch den Weg in das Gewinde zwischen Antenne und Antennehalter gebahnt und dort echten Schaden angerichtet. Kunststoff und Matall waren nur schwer voneinander zu trennen. Das Gewinde und das Alu rundum war von Korrosion befallen und musste vorsichtig von Rückständen befreit werden.

    Ich habe das ganze Teil also dezent abgeschliffen, danach poliert und gewienert, bis es glänzte und einen wirklich guten Eindruck hinterließ. Um für eine ordentliche Funktion die leitende Verbindung zur Antenne zu erhalten, habe ich die Antennenaufnahme so weit wie möglich gekürzt, das Loch tiefer gebohrt und ein neues Gewinde geschnitten. Das Teil ist jetzt nur etwas kürzer, was technisch egal ist und optisch nicht auffällt.

    Leider ist die ganze Arbeit bei blankem Alu (dieser Art!) nicht von Dauer, was aber ohnehin nicht wichtig ist, da das Teil ohne entsprechende Oberflächenversiegelung bald wieder hin ist. Zwei Tage bei Raumtemperatur gelagert und die Politur ist kaum mehr zu erkennen. Also hätte ich jetzt gern jemand, der mir das verchromen kann ...

  • Ja, so ist es. Das Zeug vergammelt einfach. Teilweise so schnell, dass man fast dabei zu sehen kann.


    Verchromen ist durch Umweltauflagen mittlerweile kompliziert, selten und teuer.


    In diesem Fall würde ich auch mal auf die Originalität pfeifen und einen ähnlichen, aber brauchbaren Antennfuß montieren. (Ich habe einen vom R19 drauf.)

  • Nun, die Woche lief dann doch gar nicht so übel. Der Motor ist fertig (Bild 1) und hat am Montag wieder seinen angestammten Platz erhalten, also ins Auto zurück gefunden (Bild 2 & 3). Die Schwingen samt Hinterachse wurde ebenfalls eingebaut. Ich habe noch eine Krümmerstütze angefertigt (Bild 4), so dass der Auspuff mit seinen Schwingungen nun hoffentlich weniger den Krümmer belastet. Eine Edelstahlstrebe 3X50mm sollte eine Weile halten. Die dafür verwendeten Befestigungslöcher im Motorblock haben mich wieder etwas ratlos aussehen lassen, zwei Löcher direkt nebeneinander ... einmal M8 Normalgewinde und einmal M10 Feingewinde ... wer macht denn so etwas ... Vorerst wurde der Alte DEVIL noch einmal angeschraubt, den habe ich repariert und überarbeitet, als Ersatzanlage wird der zur Seite gelegt. Der Neue kommt erst nach dem Lackieren dran.

    Der neue Vergaser hingegen kann nicht so recht begeistern (Bild 5), mehrere Runden im Ultraschallbad haben nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, da musste noch mit der Messingbürste nachgeholfen werden. Obwohl der die letzten 20 Jahre sauber und trocken in einen leicht mit Öl getränkten Lappen gewickelt in seinem Originalkarton verbracht hat, hält sich die Euphorie in Grenzen. Die italienische Alu-Legierung (so die eindeutige Meinung aller irgendwie Beteiligten schon im Voraus) scheint wirklich nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein (Bild 6, 7 & 8). Da sehen die Oberflächen des Alten teilweise deutlich besser aus, aber wenigstens ist der Neue nicht ausgeschlagen und alles beweglichen Teile laufen ohne Spiel.

    Ich habe noch die verbliebenen Teile des Kabelbaumes neu gewickelt und dabei auch einige Schäden beseitigt. Eine Steckverbindung kam mir auf der Kabel-Seite verdächtig grün vor, obwohl nur gelbe und schwarze Leitungen rein gingen. Das Kupfer hatte sich nahezu komplett aufgelöst und hätte so in ein paar Monaten sicher zu etwas Hektik geführt. Insgesamt muss ich aber sagen, dass die Beschaffenheit der Einzeladern von geradezu erstklassiger Qualität ist! Isolation sowie Kupfer können am ersten Tag nicht besser gewesen sein und die letzten 40 Jahre haben der Installation nichts anheben können. Da habe ich als Berufs-Elektriker und KFZ-Bastler schon ganz andere Dinge gesehen. Selbst das Isolierband, welches ausschließlich gewickelt und kein bisschen verklebt wurde, hatte nur durch grobe mechanische Verletzungen gelitten. Die Sache mit den Steckverbindern ist natürlich eine ganz Andere ...

  • Hallo Sachse

    Sieht gut aus.

    Das Problem Vergaser kenne ich auch. Wenn der Motor ruckelt oder schlecht Gas annimmt in der ersten Stufe und alles sonst ok ist (Unterdruck dicht und Zündung ok) ist es am Besten den Vergaser nach Möglichkeit zu ersetzen.

    Noch eine Frage zum Ultraschallbad, nimmst Du spez. Reinigungsmittel für Alu?


    Gruss

  • Ja, das ist Ultraschall-Flüssigkeit für Aluminium. Müsste ich mal draufschauen, was da genau steht.

    Mein Vergaser lief prinzipiell nicht schlecht, vor allem sehr sparsam. Viel zu sparsam. Außerdem recht lustlos in der zweiten Stufe, da hatte ich immer das Gefühl, irgend etwas stimmt da nicht. Irgendwann habe ich ihn mal zerlegt und im Inneren einen Riss gefunden. Der scheint in der zweiten Stufe mächtig Nebenluft zu ziehen, war aber auch sonst schon ganz schön ausgeschlagen. Naja, nun habe ich einen Neuen drauf. Wenn ich Zeit habe, mache ich noch einmal Fotos von dem Alten.

    Nur die Alu-Qualität des Neuen hat mich eben negativ beeindruckt ...

  • Danke Dir für Info betreffend Deiner Reinigungsflüssigkeit.


    Bei mir ist es genau umgekehrt. In der zweiten Stufe ist alles bestens. In der ersten beim gemächlich dahinrollen ruckelt der Wagen und bei leichtem Gas geben fühlt es sich an, ob er keinen Kraftstoff bekommt. Gaspedal durchtreten und dann gehts ab. Mit leicht gezogenem Choke ist es besser.


    Gibt es wirkliche Spezialisten, die einen Solex 34CIC fachgerecht revidieren können. Halbpatzig kann ich es auch.

  • Als Höhepunkt der letzten Woche war am Donnerstag noch der Sattler bei mir, um sich die Sitze und Kleinteile anzuschauen. Es hat von November bis jetzt gedauert, bis er das irgendwie im Zeitplan einfügen konnte! Von wirtschaftlichen Problem und Corona merken die (glücklicherweise!!!) nichts weiter. Ich habe natürlich das gleiche Problem wie vermutlich die Meisten von uns, die großen Seitenteile in der Türverkleidung sind mit Lautsprecherlöchern perforiert worden. Mein Wagen hatte vier in jeder Tür (die zugegeben gar nicht schlecht klangen), von denen allerdings nur der Größere ganz unten erhalten bleiben wird. Also werde ich die Pappen vor dem Beziehen neu anfertigen. Pappe ist natürlich nicht ganz richtig, ich mache das aus Kunststoff. Die Abdeckung der B-Säule macht mir da etwas Sorgen, die sind auch nicht mehr so stabiel, aber wesentlich schlechter nachzufertigen. Falls jemand einen Tipp hat, ich könnte einen gebrauchen. Neu scheint es ja nicht mehr erhältlich zu sein.

    Heute habe ich erstmal die Sitzmöbel von ihren Bezügen befreit und demnächst werden die Gestelle etwas 'aufhübscht' , denn Ende Mai will die der Sattler haben. Motor anwerfen war heute noch nicht, wir haben die gesamte Hydraulik befüllt und abgedrückt und das Kühlsystem mit Schläuchen komplettiert. Wenn alles spontan dicht ist und funktioniert, ist das doch auch schon ein Tagessieg ...

  • Hallo, wegen

    Quote

    Die Abdeckung der B-Säule macht mir da etwas Sorgen, die sind auch nicht mehr so stabiel, aber wesentlich schlechter nachzufertigen. Falls jemand einen Tipp hat, ich könnte einen gebrauchen. Neu scheint es ja nicht mehr erhältlich zu sein.

    Unquote


    Guck Mahl bei „Leboncoin“ Frankreich,


    https://www.leboncoin.fr/equip…5571265.htm?ac=1481102916


    ein Mitglied vom franszozische Forum „MATRAPASSION“, verkauft da regelmäßig das gewünschte in polyester nachbau(Auch die große Seitenteile für die Türverkleidung)


    Viel Erfolg

    Guido aus Belgien.

  • @Peter


    Ich war immer der Meinung, dass die Leerlaufgemisch Schraube beim reindrehen mehr Gemisch ergibt und beim rausdrehen weniger. Liege ich da nun falsch. In Deiner Beschreibung ist es genau anders rum.

    Beim CO einstellen mit CO-Messgerät musste die Fachwerkstatt die Düse bei zu wenig CO reindrehen, soweit ich mich erinnere.

  • Hi murena22,


    das Gemisch wird ärmer wenn die Schraube reingedreht wird,

    deswegen ist auch das Loch da beim Gas geben...

    Peter


    Zitat

    Man kann sich das mit den Einstellschrauben an Vergasern ganz leicht merken: Wenn die Einstellschraube auf der Ansaugstutzenseite ist, ist es eine Gemischschraube - dreht man diese rein (weniger Benzin), wird das Gemisch magerer, dreht man sie raus (mehr Benzin), wird es fetter.

  • das Gemisch wird ärmer wenn die Schraube reingedreht wird,

    deswegen ist auch das Loch da beim Gas geben...

    Ja, so ist. Reindrehen macht das Gemisch magerer, weil die Einstellschraube die Benzinmenge im Leerlauf dosiert. Also je weiter drin bzw. zu, desto weniger Sprit, desto magerer.


    Aber was hat die Drehrichtung dieser Einstellschraube mit dem (welchen?) Loch beim Gas geben zu tun???

  • .... sollte man wohl genauer als Beschleunigungsloch bezeichnen, wenn aus dem Leerlauf heraus voll beschleunigt wird und der Motor nicht sofort hochdreht oder nur widerwillig, oder hast Du da ein anderes Wort??

    Peter

  • Also ist es so, dass bei zu wenig Spritt die Schraube rausgedreht werden muss. Für mich eigentlich logisch. Da muss ich beim nächsten Abgastest mal genau schauen was die Fachwerkstatt macht.

    Besten Dank für Eure Hinweise.

  • Ansaugstutzenseite das heisst wohl dass die Schraube stirnseitig (mit Plastikschutz) angeordnet ist.

    Es gibt aber auch 34 CIC die haben die Einstellschraube seitlich im Fuss links. Wie verhält es sich dann bei diesen Typen. Ist da vielleicht reindrehen gleich mehr Benzin?

    Ich habe ein Bild der andern Bauart beigefügt. Bei diesem sitzt auch eine Düsen im Oberteil umgekehrt. Bein Vergaser mit frontseitiger Einstellschraube sitzt diese Düse im Unterteil. Beide haben einen O-Ring.

  • Hi Murena22,


    es gibt 2 Typen von 34CIC mindestens, aktuell habe ich den Gemisch Typ2, der Typ1 ist mein Ausgeschlagener.

    Die Leerlauf Gemischschraube funktioniert bei beiden gleich, reindrehen gleich armes Gemisch.


    Die Standard Einstellung ist bei beiden gleich, Motor warm und Leerlauf Gemisch Schraube reindrehen, Drehzahl sinkt und am Auspuff ist der Sound unregelmäßig, jetzt G-Schraube rausdrehen bis gerade die höchste Drehzahl erreicht ist. Nun noch etwa 1/4 Umdrehung weiter rausdrehen.


    Ist die Leerlaufdrehzahl jetzt zu hoch, über 1000 Umdrehungen, dann wieder die Drehzahl an der Schraube für den Leerlauf reduzieren (ca. 850) und noch einmal das Gemisch einstellen wie vorher beschrieben.

    Jetzt sollte der Motor perfekt hochdrehen ohne Probleme.


    Hast Du Probleme mit dem Unterdruck von den Lampen, dann den Unterdruck zu den Lampen abklemmen und verschließen.

    Dann sollte es perfekt klappen.

    Wenn der Unterdruck wieder angeschlossen wird und es da wieder mit dem Vergaser Probleme gibt, so MUSS das Lampensystem überholt werden, sprich neues Steuerventil oder neuen Aktuator für die Lampen.


    Bei mir ist das Lampensystem abgeklemmt und wird separat versorgt.

    Peter

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